Meine Tätigkeit als Förderlehrkraft …


… in der Seiteneinsteigerklasse der MPR – Chance für Studierende und Lernende

Ein Bericht von Veronika Moll

Angefangen hat meine Tätigkeit an der Max-Planck-Realschule im Herbst 2014. Ich hatte gerade Fuß in meinem Lehramtsstudium an der Bergischen Universität Wuppertal gefasst und suchte nach einem Nebenjob, bei dem ich nicht nur meine Studentenkasse ein wenig aufbessern, sondern auch für’s Leben lernen konnte. Während der Studienzeit erfuhr ich so von dem Merkatorprojekt, welches junge Studierende und angehende Lehrkräfte, die im DAZ-Bereich (Deutsch als Zweitsprache) aushelfen sollten, suchte, um immigrierte Schülerinnen und Schüler beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen.
Angekommen an der Schule warteten zahlreiche Herausforderungen auf mich. Mit meinen jungen 22 Jahren und nur wenig Unterrichtserfahrung musste ich mich zunächst im Kollegium und vor den Schülerinnen und Schülern behaupten. Die anfängliche Unsicherheit war jedoch schnell verflogen, da mich nicht nur die Lehrkräfte mit offenen Armen empfingen, sondern ich auch schnell einen guten Draht zu den Lernenden mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund fand. Ich bekam nach und nach einen Einblick, was es für Kinder und Jugendliche bedeutete, ihr Heimatland verlassen zu haben und in Oberbarmen ganz von Neuem zu beginnen. Über die nächsten drei Jahre hinweg widmete ich mich nicht nur dem Teamteaching, bei dem die Fachlehrkraft ihren Unterricht gestaltet und ich als helfende Hand das Geschehen begleiten durfte, sondern auch der Einzelförderung aller Schülerinnen und Schüler, die der Seiteneinsteigerklasse angehörten. Ich kann kaum in Worte fassen, wie toll es ist, mitzuerleben, wie Lernende nach und nach Vertrauen finden, sich öffnen, ihre ersten deutschen Wörter erlernen und immer selbstständiger in ihrem Lernprozess werden, bis sie schließlich den geschützten Raum der Seiteneinsteigerklasse verlassen und in die Regelklassen eingegliedert werden. Zudem sind mir in meiner Zeit an der Max-Planck-Realschule nicht nur die Kollegen und Kolleginnen sowie die Lernenden ans Herz gewachsen, sondern ich durfte mich gemeinsam mit meinem Umfeld weiterentwickeln. Nichts ist in der heutigen Zeit als Lehrkraft wichtiger, als einen Einblick in andere Kulturen und Lebensweisen zu erhalten und offen auf eine heterogene Lerngemeinschaft zuzugehen. Durch Projekte, in denen die Schülerinnen und Schüler im Unterricht ihre heimische Kultur, Feiertage oder Gerichte vorstellten, wurde nicht nur die deutsche Sprache erlernt und gefestigt, sondern die Weichen für ein gelungenes Miteinander gestellt.
Heute, drei Jahre später, muss ich mich leider von der Max-Planck-Realschule verabschieden, da ich mein Studium erfolgreich beendet habe und ein neuer Abschnitt als Studienreferendarin auf mich wartet. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben. Allerdings verlasse ich die Schule auch mit einem mulmigen Gefühl, da ich mich dort mehr als wohlgefühlt habe. Ich durfte in den drei Jahren meiner Tätigkeit wahnsinnig viele Einblicke in den stressigen aber auch herzerwärmenden Alltag von Lehrerinnen und Lehrern erhalten, da mir mit großem Vertrauen Aufgaben zugeteilt wurden, durch die ich meine eigenen Kompetenzen erweitern konnte. Die Tätigkeit als DAZ-Förderlehrerin ist anspruchsvoll aber auch so realitätsnah, dass ich mich nicht besser auf das hätte vorbereiten können, was während meines Referendariats noch auf mich zukommt. Daher kann ich nur jeder angehenden Lehrkraft empfehlen: nutzt die Chance, gewinnt einen Einblick in den Schulalltag, stellt euch neuen Herausforderungen und lasst euch von eurem Umfeld an den Schulen bereichern!
Auf diesem Wege bedanke ich mich bei einem fantastischen Kollegium, das mir stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Ich durfte Freundschaften für‘s Leben knüpfen und habe mich mit und durch euch weiterentwickelt. Auch meinen ehemaligen Schülerinnen und Schülern wünsche ich weiterhin viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg. Ihr alle habt mir gezeigt, dass ich mich nicht nur für den richtigen Job entschieden habe, sondern man auch wahnsinnig viel zurückbekommt, wenn man genügend Einsatz zeigt und bereit ist, sich neuen Aufgaben zu stellen.

Danke, liebe Max-Planck-Realschule!